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Wissenswertes über unser Gehirn

 

 Neurofeedback-Therapie bei Depressionen

Ein 57-jähriger Mann mit Burnout und Depressionen. Das Quantitative EEG vor der Neurofeedback-Therapie zeigt eine übermässige Hirnaktivität im Deltabereich, wenn das Gehirn arbeiten sollte (Under Task). Die Delta-Aktivität überlagert sämtliche anderen Frequenzbereiche.

Depression vorher





Nach 20 Stunden Neurofeedbacktraining hat sich die Verteilung der Hirnaktivität weitgehend normalisiert und synchronisiert. Die Antidepressiva konnten auf die Hälfte reduziert werden und
der Patient fühlt sich stabil.

Depression nachher


 Neurofeedback-Therapie bei einem Hirnschlag mit Halbseitenlähmung rechts (Hemiplegie)

A.A., eine vierzigjährige Patientin kam zur Neurofeedbacktherapie nach einem Schlaganfall. Nach zwei Jahren Rehabilitation hatte sie immer noch grosse Schwierigkeiten einen gelesenen Text zu verstehen und der rechte Fuss blieb gelähmt. Verteilt über ein Jahr hat A.A. 27 Neurofeedbacktherapien gehabt. Ziel dieser Therapie war es die noch vorhandenen Schwierigkeiten im Sprachverständnis und Sprachausdruck zu verringern, sowie die Willkürmotorik des rechten Fusses zu verbessern.


Bei den ersten sechs Trainingssitzungen beschränkte ich mich auf die beiden Sprachzentren Broca und Wernicke (F7/T3 und T5/P3) und habe dort die langsamen Frequenzen (1-12 Hz) im 2-Kanal Modus reduziert, was eine deutliche Verbesserung im sprachlichen Bereich brachte. Konnte A.A. vor Beginn der Therapie nicht mehr als zehn Seiten konzentriert lesen, so erhöhte sich die Lesezeit schon nach den ersten drei Sitzungen auf eine halbe Stunde. Nach der 12. Sitzung berichtete A.A. sogar, dass es ihr nun gelinge in einem Zugabteil englisch zu lesen ohne sich ablenken zu lassen.

Da die Therapie auf den Sprachzentren so rasch gute Erfolge erzielte, verlegte ich ab der siebten Sitzung das Schwergewicht auf die Willkürmotorik. Dazu wählte ich ein bipolar-interhemisphärisches Training auf C3/C4 und belohnte das Gehirn für distale Phasensynchronisation. Bereits nach dem ersten Training auf dem sensomotorischen Kortex konnte A.A. ihren Fuss einmal bewegen (Flexion). Nach dem zweiten Training 11 mal, nach dem dritten 29 mal und nach dem vierten Trainig sogar 45 mal. Daraufhin stellte sich auch langsam die Fähigkeit ein, den Fuss zwischen den Neurofeedbacktrainings zu Hause zu bewegen. Ab der 23. Sitzung konnte A.A. zu Hause mit Hilfe des Erinnerungseffekts an die Neurofeedbacktherapie den Fuss jederzeit willkürlich bewegen. Nach der 27. Sitzung gelang ihr das auch ohne Zuhilfenahme des Erinnerungseffektes.
Das Kontroll sQEEG vom 22.6.06 ergab folgenden Befund (links vor der Therapie, rechts nach 27 Therapiestunden):

Delta vorherDelta nachher

Das Überwiegen der Deltafrequenzen auf der linken Hemisphäre ist nicht mehr zu beobachten

Theta vorherTheta nachher
Alpha vorherAlpha nachher

Die Theta- und Alpha-Aktivität bei geschlossenen Augen hat sich vom Frontal- und Centralbreich in den Parietalbereich verlagert.

HiB vorherHiB nachher

Die HiBeta-Aktivität (23-38 Hz) im Parietalbereich beim Lösen von Aufgaben (Challenge) hat sich ziemlich reduziert. Allgemein ist, aufgrund der interhemisphärischen Trainings, eine grössere Symmetrie in der Gehirnaktivität zu beobachten, vermutlich der Grund für die wiedergewonnene willkürliche Flexion des rechten Fusses.